Villa Waldberta, um 1910
Albertus Willem Sijthoff mit einem seiner Hunde im Garten der Villa Waldberta, um 1910
Waldine Sijthoff auf der steinernen Bank im Park der Villa Waldberta, um 1910
Geigerin "Blümchen", am Klavier Waldine Sijthoff, um 1910
Familie Schmeil, um 1920
Franz und Bertha Koempel im Park der Villa Waldberta, um 1930
DP's (Displaced Persons) in der Villa Waldberta, David Zwirn und Dora Zyndorf, 1948
Bertha Kömpel auf der Terrasse der Villa Waldberta, 1955
Willi Daume und seine Familie beim Musizieren, 1970

Historie der Villa

1902
Fertigstellung des privaten Anwesens unter dem Namen „Felsenheim“.

1903-1917
Kauf durch den Verleger Albertus Willem Sijthoff aus den Niederlanden, der es mit seiner Frau Waldina „Villa Waldbert“ nennt. Sie laden immer wieder Künstlerinnen und Künstler ein, mit ihnen zu wohnen und zu arbeiten.

1917-1925
Der aus Dresden stammende Industrielle Karl Hugo Schmeil, der ein bedeutender Kunstsammler ist, wird Eigentümer der Villa.

1925-1939
Der New Yorker Arzt und Begründer der Steubengesellschaft Franz Koempel und seine Frau Bertha übernehmen das Haus. Das Ehepaar verbringt jeweils das Sommerhalbjahr in Feldafing. Die mittlerweile „Waldberta“ genannte Villa entwickelt sich zum Treffpunkt des internationalen Bekanntenkreises Koempels. Unter den Gästen ist auch die Familie des Münchner Oberbürgermeisters Karl Scharnagl.

1940-1945
Die Koempels meiden Deutschland nach dem Kriegsausbruch 1939. Ab 1942 wird die Villa von den NS-Behörden als „Feindvermögen“ unter Zwangsverwaltung gestellt und dient bis zum Kriegsende als Militärlazarett.

1945-1953
Nach Kriegsende wird die Villa durch die US-Armee beschlagnahmt. „Displaced Persons“, Überlebende des Holocaust, werden im Anwesen untergebracht. Bis zu Beginn der Fünfzigerjahre leben dort zwischen 50 und 70 Personen.

1953-1966
Die Villa Waldberta wird an ihre Eigentümerin Bertha Koempel zurückgegeben. Sie verbringt dort bis zu ihrem Tod 1966 wieder die Sommermonate. Frank Koempel ist bereits 1950 verstorben.

1965

Bertha Koempel vermacht das Haus als Stifterin der Stadt München. Zweck der Stiftung ist „die Förderung von Kunst und Kultur unter Aufrechterhaltung des Charakters des Grundbesitzes als Denkmal früherer und heutiger Wohn- und Besitzkultur“.

1966-1973
Die Stadt München vermietet die Villa Waldberta zur Vorbereitung der Olympischen Spiele in München an Willy Daume. Während der Olympischen Spiele 1972 wohnt Willy Brandt in der Villa und empfängt unter anderem Henry Kissinger, Edward Heath und Georges Pompidou.

1974-1982
Überlassung der Villa Waldberta an einen Montessori Reformverein für pädagogische Seminare  und Familienwochenenden.

Seit 1982
Der Stadtrat beschließt, die Villa Waldberta Künstlerinnen und Künstlern für einen zeitlich begrenzten Aufenthalt zur Verfügung zu stellen. Das Kulturreferat der Stadt München entwickelt ein »artist-in-residence-Programm«.

Geschichte des Stipendiums

Ab 2005 werden die Gäste projektgebunden eingeladen und kommen aus allen Kunstsparten inklusive kulturnahen Wissenschaften. Das stärkt einerseits die internationale Vernetzung der Münchner Kulturszene und läßt sie andererseits von der besonderen Kreativität profitieren, die mit dem interdisziplinären, spartenübegreifenden Ansatz einher geht.


Literaturtipp:
„Kosmopolitentreff und Künstlerhaus. Die Villa Waldberta als Spiegel des 20. Jahrhunderts“ von Tobias Mahl